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Magersucht und BulimieWelche Unterschiede, welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Magersucht und Bulimie? Essverhalten und StilDer fundamentale Unterschied zwischen restriktivem und bulimischem Essverhalten kann darin gesehen werden, dass Bulimikerinnen sich auf der Suche nach etwas befinden, was sie in sich hinein nehmen können, während Anorektikerinnen ständig darum bemüht sind, etwas außerhalb ihrer selbst zu behalten. In ihrem persönlichen Stil erscheinen Bulimkerinnen dementsprechend als Stimulus suchend. Anorektikerinnen zeigen hier eine restriktive Expressivität und zwanghafte Züge (Steiger et. al., 1997). Der Bindungsstil bulimischer Patientinnen erscheint vorwiegend unsicher-ambivalent, der restriktiver Anorektikerinnen als vorwiegend unsicher-vermeidend (Ward et al., 2000). Zitat aus: Reich, G. (2003). Familientherapie der Essstörungen. In M. Cierpka, A. Riehl-Emde, M. Schmidt & K. A. Schneewind (Hrsg.), Praxis der Paar- und Familientherapie (1. Auflage) (S. 44). Göttingen: Hogrefe. (siehe auch: Idealtypische Unterschiede zwischen Magersucht und Bulimie und: Der bulimische Regelkreis) Magersucht und Familie
Die Magersucht ist aus familiendynamischer Sicht ein Versuch, mit den unlösbar erscheinenden familiären und inneren Konflikten fertig zu werden. Sie ist eine indirekte Botschaft für das, was anders nicht zum Ausdruck gebracht werden kann (Selvini Palazzoli, 1978; Cierpka & Reich, 2001). Die Patientin
Zitat aus: Reich, G. (2003). Familientherapie der Essstörungen. In M. Cierpka, A. Riehl-Emde, M. Schmidt & K. A. Schneewind (Hrsg.), Praxis der Paar- und Familientherapie (1. Auflage) (S. 31-32). Göttingen: Hogrefe. Bulimie und Familie
Mit der bulimischen Symptomatik versuchen die Patientinnen, mit den unlösbar erscheinenden familiären und inneren Konflikten fertig zu werden (Cierpka & Reich, 2001):
Zitat aus: Reich, G. (2003). Familientherapie der Essstörungen. In M. Cierpka, A. Riehl-Emde, M. Schmidt & K. A. Schneewind (Hrsg.), Praxis der Paar- und Familientherapie (1. Auflage) (S. 41-42). Göttingen: Hogrefe. »Zwei für die Adoleszenz [Zeit zwischen Eintritt der Geschlechtsreife und dem Erwachsensein] typische Situationen sind häufig und fallen oft zusammen: Die tatsächliche oder phantasierte Trennung von den Elern und die tatsächliche oder phantasierte Aufnahme von Liebes-beziehungen außerhalb der Familie, die in sexuelle Erfahrungen münden können. Die Patientinnen sind hierauf weder emotional noch kognitiv vorbereitet. In ihren Familien finden sie keine ausreichende Unterstützung.
Zitat aus: Köhle, K., Subic-Wrana, C., Albus, C., & Simons, C. (2003). Anorexia nervosa. In R. H. Adler, J. M. Hermann, K. Köhle, W. Langewitz, O. W. Schonecke, T. von Uexküll & W. Wesiack (Hrsg.), Psychosomatische Medizin (6. Auflage) (S. 687-706). München: Urban & Fischer. BMIDie Abgrenzung zwischen Anorexia nervosa vom restriktiven Typ und Bulimia nervosa fällt leicht, da sich die Anorexia nervosa sowohl durch das Diagnosekriterium Untergewicht (weniger als 17,5 BMI) als auch durch das Fehlen der Essanfälle und des Purging-Verhaltens von der Bulimia nervosa unterscheidet. Anorexia nervosa, Purging-Typ und Bulimia nervosa unterscheiden sich meist nur durch das Gewichtskriterium voneinander. Anzumerken ist, dass Essstörungen langwierige Erkrankungen sind (durchschnittliche Krankheitsdauer 6 Jahre, Angaben nach der Katamnesestudie von W. HERZOG et al. 1997), in deren Verlauf Symptomwechsel von Anorexia nervosa zu Bulmia nervosa und umgekehrt nicht selten sind. Quelle: Köhle, K., Subic-Wrana, C., Albus, C., & Simons, C. (2003). Anorexia nervosa. In R. H. Adler, J. M. Hermann, K. Köhle, W. Langewitz, O. W. Schonecke, T. von Uexküll & W. Wesiack (Hrsg.), Psychosomatische Medizin (6. Auflage) (S. 687-706). München: Urban & Fischer. VerschiebungEssstörungen können durch Konflikte auf allen ... Ebenen [Werte, Ideale, Sympathie, Identität, Loyalität] gefördert werden. Besteht z. B. eine Unsicherheit bezüglich der eigenen Grenzen und der Kontrolle darüber, so kann Essen bzw. Fasten ein Mittel werden, diese zu sichern. Dabei muss es nicht unbedingt so sein, dass Grenzüberschreitungen oder Einschränkungen der Autonomie über das Essen stattfanden. Hier spielt der Abwehrmechanismus der Verschiebung eine zentrale Rolle. Oft werden solche Konflikte auf das Essen verschoben, weil sie hier leichter zum Ausdruck gebracht werden können als in dem zu Grunde liegenden Konfliktbereich. Oft werden sie dort gar nicht bemerkt, sondern zeigen sich zunächst im Essen. Zitat aus: Reich, G. (2003). Familientherapie der Essstörungen. In M. Cierpka, A. Riehl-Emde, M. Schmidt & K. A. Schneewind (Hrsg.), Praxis der Paar- und Familientherapie (1. Auflage) (S. 3-4). Göttingen: Hogrefe.
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